JUNGBRUNNEN GEFUNDEN?

Haben Forscher den Jugbrunnen gefunden? Für alte Mäuse sind die Zeiten aufregend.

Haben Forscher den Jugbrunnen gefunden? Für alte Mäuse sind die Zeiten aufregend: Forscher haben ein Mittel entwickelt, das den Alterungsprozess bei den Nagern umkehren könnte. Die Ergebnisse der Studie könnten auch dazu beitragen, zu klären, wie Menschen gesünder altern und altersbedingte Gebrechen gemildert werden können.

Das Forscherteam vom Erasmus University Medical Center um Dr. Peter de Keizer hat ein neues Peptid mit vielversprechender Wirkung entwickelt. Dieses kleine Protein haben die Wissenschaftler alten Mäusen über einen Zeitraum von mehreren Wochen verabreicht. Die Nager wurden daraufhin fitter, das Fell wurde dichter und auch die Nierenfunktion verbesserte sich.

Wie ist die Verjüngung möglich?

Der Schlüssel zu dem Verjüngungseffekt liegt in den seneszenten Zellen, die eine wichtige Rolle beim Alterungsprozess spielen: Je älter die Mäuse wurden, desto mehr Zellen haben aufgehört, sich zu teilen und damit zu verjüngen. Sie sind quasi in den Ruhestand gegangen und wurden zu seneszenten Zellen. Und das ist für den Körper problematisch.

Die seneszenten Zellen sorgen dafür, dass Krebszellen schlechter auf Chemotherapien anspringen und sie beschleunigen das Wachstum von Tumoren. In anderen Worten: Wir wollen diese Zellen loswerden“, sagt de Keizer. Das neue Medikament soll genau bei diesen Zellen ansetzen und sie zerstören. Aber es kann noch mehr: „Es stimuliert die umgebenen Stammzellen, die dann neues Gewebe hervorbringen“, erklärt de Keizer weiter.

Was bedeuten die Ergebnisse für den Menschen?

Die Forscher um de Keizer haben das Medikament erfolgreich an Mäusen getestet und wollen jetzt in einer klinischen Studie das Peptid am Menschen erproben. Die Forscher hoffen, die Studie in den nächsten ein oder zwei Jahren auf Patienten mit aggressiven Krebsarten auszuweiten und schließlich auch altersbedingte Gebrechen zu untersuchen. „Wir streben nicht das ewige Leben an, aber ein längeres Leben ohne Gebrechen und mit exzellenter Gesundheit wäre großartig“, findet De Keizer.

Wird die Menschheit jetzt unsterblich?

Bis ein Medikament entwickelt wird, das uns später altern lässt, ist es noch ein weiter Weg. Die Forscher müssen testen, ob die Ergebnisse aus dem Mausmodell auf den Menschen übertragbar sind. Dabei steht neben der Wirksamkeit auch die Sicherheit des Medikaments im Fokus: Gibt es Nebenwirkungen? Wie wirkt sich die Substanz auf die Organe und den Stoffwechsel aus? Vermindert das Mittel die Wirksamkeit von Chemotherapien?

Jungbrunnen gefunden?!

Die Ergebnisse der Forscher legen immerhin nahe, dass es in Zukunft möglich sein wird, den Alterungsprozess zumindest zu verlangsamen. Bis Medikamente erhältlich sind, die Tumore wirksamer bekämpfen und Altersgebrechen lindern, wird es aber noch dauern. Verjüngende Nahrungsergänzungsmittel aus dem Supermarkt bleiben vorerst Science-Fiction.

Weiter zum Artikel, T-ONLINE, den 27.03.2017

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