WUNDERPEPTID GEGEN KREBS

Wunderpeptid EPI-X4

Wunderpeptid  EPI-X4. Bei der Untersuchung verschiedener Peptide haben Forscher ein körpereigenes Peptid entdeckt, das wahre Wunder bewirken soll. HIV, Krebs und Asthma sollen damit behandelt werden können. Was ist dran am Wunder-Peptid?

Wissenschaftler des Instituts für Molekulare Virologie der Univesität Ulm  untersuchten Peptidbanken, die alle Peptide enthalten, die im Blut des Menschen vorkommen. Dafür verwendeten die Forscher sogenanntes Hämofiltrat, welches als Abfallprodukt der Blutwäsche entsteht. Aus den Peptidbanken konnten die Wissenschaftler nun das Peptid EPI-X4 isolieren, das in der Lage ist, sich an einen bestimmten Rezeptor zu binden und dadurch die Medizin revolutionieren soll.

Das Peptid EPI-X4 bindet sich an den Rezeptor CXCR4, welcher die Immunantwort, die Organentwicklung und die blutbildenden Stammzellen im Knochenmark beeinflusst. Viel wichtiger ist allerdings, dass der Rezeptor als Eintrittspforte für AIDS-Erreger in die Wirtszelle des Menschen gilt.

Das Peptid EPI-X4 wurde als Abbaustoff des Proteins Albumin entdeckt, ein Protein das am häufigsten im Körper vorkommt. Bahnbrechend an dieser Entdeckung ist, dass die Regulierung des CXCR4 nun über den Proteinabbau erfolgen kann und nicht mehr über gesonderte Aktivatoren geschehen muss.

Die Entwicklung von HIV-Medikamenten zielt gerade auf die Regulierung von solchen Zellrezeptoren ab, sodass deren Forschung dadurch wesentlich beeinflusst wird und neue Möglichkeiten zur Entwicklung von Präparate entstehen.

EPI-X4 in der Krebs- und Asthma-Therapie

Den Forschern sind schon länger auch andere Körpervorgänge bekannt, die vom Rezeptor CXCR4 reguliert werden.  Bei denen das EPI-X4 entsprechend zum Einsatz kommen kann. So sind bestimmte Krebsarten, Immunschwäche, Herz- und Gefäßerkrankungen sowie chronische Entzündungen unter anderem durch eine Signalstörung des Rezeptors induziert.

Erste Untersuchungen an Mäusen zeigen bereits, dass das Peptid in der Lage ist, Asthma zu hemmen und Stammzellen zu mobilisieren. Da Wirkungsweise des Peptids in Mäusen ähnlich des Menschen ist, lassen sich die Ergebnisse gut übertragen.

Wunderpeptid EPI-X4 als Biomarker

Die Forscher halten auch einen Einsatz des Peptids als Biomarker für möglich. Die Wissenschaftler aus Ulm haben den Stoff bereits in anderen Untersuchungen mit Nierenerkrankungen entdeckt, aber nicht weiter untersucht. Sie setzten dies nun in Beziehung. So konnten sie ermitteln, dass sich EPI-X4 womöglich auch für diagnostische Zwecke eignet.

Bisher  synthetisiert Pharis Biotec das Peptid und kann es dort bereits in größeren Mengen und unterschiedlichen Varianten hestellen.

Sollten sich die positiven Ergebnisse in weiteren Untersuchungen bestätigen, kann das Labor den Wirkstoff also relativ schnell produzieren . Und auch für den Markt zugänglich machen, sobald Zulassungsstudien vorliegen.

Weiter zum Artikel, AACHENER-NACHRICHTEN, den 25.05.2015

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