RAPAMYCIN VERLÄNGERT DAS LEBEN

RAPAMYCIN: Forscher kennen einen Wirkstoff von der Osterinsel, der nachweislich das Leben verlängert – bislang nur bei Versuchstieren. Ein neu gegründetes Unternehmen soll jetzt die Übertragung auf Menschen erforschen.

Rapamycin. Ein Wirkstoff von der Osterinsel, der das Leben verlängert.

Gibt es eine Pille, die Menschen jünger macht? PureTech Health aus Boston ist dabei, das herauszufinden. Wie das Unternehmen Ende März mitteilte, lizenziert es von Novartis zwei Wirkstoffmoleküle, um sie gegen altersbedingte Krankheiten einzusetzen. Dazu hat es das Start-up resTORbio gegründet. Geplant sind Tests dazu, ob die Wirkstoffe gealterte Immunzellen wieder verjüngen können.

Bereits getestet wurde bei Novartis ein Derivat von Rapamycin, einem Stoff, der erstmals in einem Bakterium von der Osterinsel, auch als Rapa Nui bezeichnet, entdeckt und danach benannt wurde. Dank seiner breiten Wirkung auf das Immunsystem wird Rapamycin in der Transplantationsmedizin bereits als Immunsuppressivum eingesetzt; eine Variante davon verkauft Novartis außerdem unter dem Namen Afinitor als Medikament gegen Krebs.

Noch interessanter an Rapamycin aber ist, dass es im Ruf steht, die sicherste Methode zur Verschiebung des Todes zu sein, jedenfalls bei Versuchstieren. Es verlängert das Leben von Fliegen, Würmern und Nagetieren. Mäuse, die den Stoff bekommen, leben im Durchschnitt 25 Prozent länger. In Seattle läuft derzeit eine Studie zur Klärung der Frage, ob Rapamycin auch bei Hunden lebensverlängernd wirkt.
Mittel gegen Alterung

Was es noch nicht gibt, sind Studien darüber, ob

Rapamycin oder irgendein anderes Medikament auch das Leben von Menschen verlängern kann.

Unternehmen waren bislang aus vielen Gründen nicht allzu sehr daran interessiert, Mittel gegen das Altern zu entwickeln. Unter Wissenschaftlern gelten Tabletten für Langlebigkeit als extravagante Idee, als Domäne von Sonderlingen und Quacksalbern. Aus Sicht der klinischen Praxis ist es schwierig, zu beweisen, dass ein Medikament das Leben verlängert, denn das würde zu lange dauern. Und regulatorisch gesehen gibt es keinen klaren Weg nach vorn, weil Altern bislang nicht als Krankheit gilt, die zu behandeln wäre.

Forscher bei Novartis haben ihr Medikament mit dem Namen Everolimus bei Hunderten von älteren Patienten in Australien und Neuseeland getestet, kurz bevor sie eine Grippe-Impfung bekamen. Wie das Team feststellte, reagierte das Immunsystem der Probanden anschließend stärker – wie bei deutlich jüngeren Menschen, könnte man sagen.

Weiter zum Artikel, HEISE, den 07.04.2017

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