MEDIKAMENT ALS VERJÜNGUNGSKUR

MEDIKAMENT ALS VERJÜNGUNGSKUR. Mit jedem Wimpernschlag werden wir ein Stück älter. Stunde um Stunde, Tag für Tag. Falten kommen, die Haare ergrauen, die Knochen schwinden. Altern – das ist etwas ganz Normales – nicht zu ändern. Oder etwa doch?

Medikament als Verjüngungskur

Weltweit gehen Wissenschaftler der Frage nach, ob es eines Tages möglich sein wird, sich der Vergänglichkeit zu widersetzen. Wie würde sich unser Leben verändern, wenn wir einen „Reset“-Knopf für unseren eigenen Altersprozess hätten? Forscher der Erasmus Universität in Rotterdam überraschen nun mit bahnbrechenden Forschungsergebnissen.

Warum altern wir, bis wir irgendwann unweigerlich, sterben? Warum bleiben wir nicht ewig jung? Könnten wir eines Tages das Altern umkehren oder zumindest aufhalten? Der Wissenschaftler Peter de Keizer von der Erasmus Universität in Rotterdam meint, eine Antwort auf diese Fragen gefunden zu haben. Seit nahezu zehn Jahren forschen de Keizer und sein Team daran, den menschlichen Zell-Verfall zu entschlüsseln und neue Wege zu finden, das Ticken der biologischen Uhr zu verzögern.

Bei einem Versuch mit Labormäusen zeigte sich etwas Erstaunliches: Die Forscher verabreichten gealterten Mäusen, denen bereits das Fell ausgegangen war und die eine geringe Nierenfunktion hatten, über einen Zeitraum von mehreren Wochen ein bestimmtes Peptid.

Dann die Überraschung: Der Gesundheitszustand der Nager veränderte sich positiv, das Fell wuchs dichter und ihre Nierenwerte verbesserten sich signifikant. Auch ihr Gesamtverhalten war wieder aktiver.

In anderen Worten: Es trat ein Verjüngungseffekt ein. Die Wissenschaftler waren verblüfft.

Der Schlüssel zu diesem Effekt liegt in sogenannten seneszenten Zellen. Diese spielen eine wichtige Rolle im Alterungsprozess – auch beim Menschen. Je älter die Mäuse werden, desto weniger Zellen teilen sich.

Die Zellen altern und gehen sozusagen in eine Art Ruhestand. Genau an diesem fundamentalen Problem setzten Keizer und seine Kollegen an.

In der Vergangenheit haben Wissenschaftler immer wieder versucht, Krebszellen in diesen Seneszens-Status zu bringen, da sie sich dann nicht mehr teilen und somit das Tumorwachstum unterbrechen„, sagte der Wissenschaftler der Huffington Post.

Er und seine Kollegen seien aber der Ansicht, dass das eine schlechte Idee sei. „Denn wenn zwei Drittel aller Zellen in diesen Status verfallen, ist zwar der Tumor vorerst außer Gefecht gesetzt, damit aber auch der gesamte umgebende Organismus.“

Medikament als Verjüngungskur?

Die Wissenschaftler fragten sich, ob es nicht möglich wäre, die seneszenten Zellen einfach durch „fitte“ Zellen zu ersetzen.

Seneszente Zellen, die von Krebszellen befallen sind, springen sehr schlecht auf Chemotherapien an“, sagt der Wissenschaftler.

Das von den Wissenschaftlern entwickelte Medikament soll genau diese Zellen mit neuen ersetzen. Doch damit nicht genug: „Das Peptid stimuliert die Stammzellen, die dann neues Gewebe hervorbringen“, erklärt de Keizer.

Weiter zum Artikel, HUFFINGTONPOST, den 08.04.2017

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