HUNDE MIT EDITIERTEM GENOM

Hunde mit editiertem Genom. Chinesische Wissenschaftler haben nach eigenen Angaben erstmals die Gene von Hunden editiert und Beagles mit deutlich höherer Muskelmasse geschaffen.

Hunde mit editiertem Genom.

Die Hunde „dürften dadurch besser laufen können, was hilfreich für die Jagd und polizeiliche oder militärische Einsätze ist„, sagte Liangxue Lai, Forscher am Key Laboratory of Regenerative Medicine an den Guangzhou Institutes of Biomedicine and Health, auf Nachfrage.

CRISPR/CAS9 TECHNOLOGIE AUCH FUR HUNDE UND ANDERE HAUSTIERE

Lai und 28 Kollegen, die über ihre Arbeit in der Fachzeitschrift „Journal of Molecular and Cell Biology“ berichteten,  wollen mittels Genchirurgie auch Hunde mit anderen DNA-Modifikationen zu Forschungszwecken schaffen. Darunter solche, die menschliche Krankheiten wie Parkinson und Muskeldystrophie ausbilden. Das Gene Editing ist eine vor einigen Jahren neu entwickelte Technik. Mit dieser Biotechbilogie können Wissenschaftler relativ leicht Gene deaktivieren oder modifizieren. Die bei den Beagles eingesetzte Methode, CRISPR/Cas9, ist äußerst preisgünstig und präzise.

DIE ERSTEN HUNDE MIT EDITIERTEM GENOM

Dass das Editieren von Genen mittlerweile so einfach ist, weckt zwar die Sorge, dass Menschen als Nächstes an der Reihe sein könnten. So hat dem Londoner „Guardian“ zufolge jüngst die britische Wissenschaftlerin Kathy Niakan die Genehmigung beantragt, mithilfe von Gen-Chirurgie an Stammzellen zu forschen. Besser ausgedrückt, ihr Ziel ist es, die Ursachen von Fehlgeburten zu untersuchen. Tatsächlich hat bereits im April ein weiteres Team aus China, menschliche Embryos modifiziert, um einen Gendefekt zu korrigieren. Dieser Gendefekt löst Thalassämien aus.

DIE CRISPR/CAS9 TECHNOLOGIE ALS GEN-DOPING

Die chinesischen Hundeforscher gingen jetzt ähnlich vor, um bei den Beagles beide Exemplare des Myostatin-Gens zu zerstören. Das Gen sorgt normalerweise für die Hemmung des Muskelwachstums. In seltenen Fällen kommen leider auch Menschen ohne funktionierendes Myostatin-Gen zur die Welt. Weil dieses Gen in der Vergangenheit bereits intensiv untersucht wurde und mehr Muskeln keine offensichtlichen Nachteile bedeuten, gilt es zudem als Kandidat für mögliches Gen-Doping:

Mit CRISPR wird die Evolution nicht mehr dem Zufall überlassen, sondern gezielt vom Menschen gesteuert.

Weiter zum Artikel, HEISE, den 04.01.2016

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