CRISPR – DIE NEUE GEN-REVOLUTION

CRISPR – dieses merkwürdige Kürzel steht für ein neues Verfahren, um DNA-Bausteine im Erbgut zu verändern, so einfach und präzise, wie es bis vor kurzem unvorstellbar war. In der Welt der Gentechnik ist es wirklich eine Revolution.

CRISPR verspricht neue Möglichkeiten gegen Aids, Krebs und eine Reihe von Erbkrankheiten

Obwohl es natürlicherweise aus Bakterien stammt, funktioniert CRISPR in nahezu allen lebenden Zellen und Organismen. Es verspricht neue Möglichkeiten gegen Aids, Krebs und eine Reihe von Erbkrankheiten – aber auch bei der Züchtung von Pflanzen und Tieren. Noch wird es einige Zeit dauern, bis mit CRISPR editierte Produkte auf den Markt kommen.

Doch schon jetzt ist ein heftiger Streit entbrannt. Im Kern geht es darum, ob solche Pflanzen oder Tiere als gentechnisch verändert anzusehen sind oder eher natürlichen Mutationen gleichen.

CRISPR/Cas9 ist eine neue, molekularbiologische Methode, um DNA gezielt zu schneiden und anschließend zu verändern. Auf diese Weise können die Wissenschaftler einzelne Gene, genauer, DNA-Bausteine – umschreiben oder editieren. Solche Verfahren bezeichnet man daher zusammenfassend als Genome Editing (auch: Gene Editing).

Ursprünglich stammt das

CRISPR/Cas-System

aus Bakterien. Es dient ihnen als eine Art Immunsystem, mit dem sie Angriffe von Viren erkennen und abwehren können. Erst vor wenigen Jahren (2012) hatten zwei Molekularbiologinnen die geniale Idee, daraus ein molekularbiologisches Werkzeug zu entwickeln. Zur großen Überraschung funktioniert es nicht nur bei Bakterien, sondern universal bei allen lebenden Zellen. In menschlichen, aber auch in denen von Tieren und Pflanzen.

Im Kern laufen alle Genome Editing-Verfahren in drei Schritten ab. Zunächst muss im riesigen Genom einer Pflanze – das oft aus Milliarden Basenpaaren (DNA-Bausteine) besteht – punktgenau die Stelle gefunden und angesteuert werden, bei der eine Änderung durchgeführt werden soll. Dazu konstruiert man geeignete „Sonden“, die beim CRISPR-Verfahren aus RNA-Abschnitten (auch Guide RNA genannt) bestehen. Sie müssen genau zu der jeweiligen Zielsequenz passen. Nachdem die Sonde dort angedockt hat, wird der DNA-Doppelstrang genau an dieser Stelle mit einer molekularen „Schere“ geschnitten – bei CRISPR ist es das Cas9-Protein, welches an die RNA-Sonde gekoppelt ist.

Weiter zum Artikel, TRANSGEN, den 07.04.2016

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