ENGLISCH :


DEUTSCH :



                         DAS GIRL

      Wer wird meine Geschichte dieses Mädchens hören?

      Du legst dich zu dem Mädchen, das
      sich zu seinem Jungen gelegt hat, der   
      sich zu seinem Mädchen gelegt hat, das   
      sich zu seinem Jungen gelegt hat, der
      sich zu seinem Mädchen gelegt hat, das

      Du legst dich dazu, schließt mit allen Gemeinschaft

      Siehst du, das ganze All ist in deinem Bett
      Ach, wieviel Gesellschaft in einem einzigen Mädchen!



                       LAURA


      So einen Mann brauchst du, Laura.
      Nicht einen, der auf der Toilette leise pritschelt,
      sondern einen, der brunzt, der plätschernd pißt,
      der das Spülen vergißt, weil
      ...ich war gewöhnt, draußen zu gehen,
      winters auf den großen Schneenachttopf
      wenn der Mond von oben starrt
      und Sterne wirft wie Nierensteine.

      So einen Mann brauchst du, Laura.
      Nicht einen, der mit dünnem Lächeln stammelt,
      sondern einen, der beim Lachen das Maul aufreißt
      und dir seinen schiefen Weisheitszahn und die gelben,
      schon schartigen Tabakzähne zeigt,
      und abends
            O Rose in den Winternächten
            voller Schneetreiben und Stürme!
      und morgens
            Sei wieder Knospe
            einer cremefarbenen Rose, Laura!



                     LEICHTE WEGE


      Seit einer Woche schon sind
      die alten Anzüge herausgeholt,
      von Naphtalin gesäubert.
      Die Verwandten sind trauern,
      ja, trauern.
      Der Verstorbene ist noch lebendig,
      ist daran aber nicht schuld,
      er geniert sich dessen sogar,
      er spürt das Unbehagen des Gastes,
      den die Gastgeber hinausbegleiten,
      doch der Fahrstuhl steckt wieder.
      Und in dieser peinlichen Pause
      (wer spielt da mit dem Fahrstuhl?)
      bringt der Mensch die leeren Flaschen zurück,
      kauft Milch, räumt das Zimmer auf und überschlägt,
      ob die Pantoffel für die Trauergäste reichen.
      Denn der FAHRSTUHL kommt schon,
      lärmend kommt er langsam näher.
      Friedlich leuchtet dieser Tag im Jenseits.
      Jenseits!
      Der Mensch ist dann Mensch,
      wenn er jenseits ist!



               A-U-G-U-S-T


      Viel Bier fließt zwischen den Buchstaben
      (der Kelch des U ist schon übervoll)
      Au - und Schluckauf nach dem Bier
      das Bellen eines Gartenköters
              au-au
      in der Abenddämmerung
      und vom S windet sich
      die Schlangenzunge September



                     * * *


      Gott ist rot
      prall und vollendet
      Gott ist eine Tomate
      Darin ist nichts Beleidigendes
      Für beide



                    ELF DEFINITIONEN

      I
      es
      kam von irgendwo
      (weiß den Anfang nicht mehr)
      muß ankommen
      (vergessen wo)
      und reist jetzt einfach

      II
      es
      ist nicht das Es das ihr glaubt
      es
      ist das Nichts im Zimmer
      das dich abrupt umdrehen läßt

      III
      es
      ist so klein mit kleinem "e"
      mit weichen Ohren und warmen Tatzen
      Niemand hat es noch gesehen
      und das ist der Beweis
      seiner Existenz

      IV
      es
      ist die Kraft mit der
      das Blatt vom Baum fällt
      in den Wassereimer
      und den Himmel trübt

      V
      es
      ist auch die Ruhe
      in der sich die Kraft sammelt
      und der Himmel aufklart

      zwischen zwei Blättern

      VI
      da ist etwas Gemeinsames
      zwischen Käfer und Rose
      und das ist
      es

      VII
      es
      ist in der Windung des "s"
      oder zwischen dem "e" und dem "s"
      oder weiß der Teufel wo

      aber der Teufel weiß es auch nicht

      VIII
      Ihr glaubt es ist Gott
      doch Gott
      wird großgeschrieben

      IX
      Ihr sagt es ist der Tod
      Hört nur seine Worte
                     Der Tod ?
      Einmal habe ich ihn gekostet
      er war hart und sauer
      hab den ganzen Abend spucken müssen

      X
      es
      ist schwindend und brüchig
      Benennst du es stirbt es
      Fängst du es geht es fort
      und zerschmilzt in Leer-
      es

      XI
      (der erfolgreichste Versuch)


               Übersetzung von Klaus Detlef Olof und Valeria Jäger





ENGLISCH :



                         A TECHNIQUE OF FILLETING TEXTS

                                                1.

         The  fish of  text (as well as the text of fish) should be
     consumed after the spine and bones of the consonants have been
     removed.  Notice that with  little children  the  tirst  fishes
     (texts) are smooth  and  fwuffy (not fluffy), composed mainly 
     of the tender soulflesh of vowels. With the growing up, hard, 
     harder, and  har-r-r-der tiny bones take root in this flesh.
         I insist that the primitive smoothness of language can  still
     be saved in poetry.
 
     2.

     "AM I DELICIOUS, DARLING?"
     Words are small  fish
     with  lots  of tiny  bones-consonants
     Let me take them out for you
     before I melt up in  our mouth
     "AI  EIIOU, AI?"
 
                                            3.
     
         This technique can successfully  be applied  in 
     absorbing ready made classical texts. Filleting makes 
     the flesh of text ring, endowing it with primitive beauty.
         Thus                                                 
         "She was a Phantom of delight
         when first she gleamed upon my sight"
         becomes
         e a a ao  o ei
         e i e  eae  uo y  i "
         The detaclied bones of consonants, s  d pntm f dlt 
     n frst s glmd pn m sgt , you can throw away to some dog.
         wow-wow-wow-wow
         Listen!
         Not a single bone
         in the dog's voice.

                     
                        Translated by Vladimir Levchev

      ***

      God is red

      Ripe and perfect

      God is a tomato

      It's not an offense

      Neither to God

      Nor to the tomato


      ***

            God

      Is probably so happy

      Since he's got no

            God.


     Translated by Kristin Dimitrova
         
     ELEVEN ATTEMPTS TO DEFINE IT



      I.
      it
      Started from somewhere
      (it remembers where from no more)
      it must reach somewhere
      (it has well forgotten where to)
      And now it just travels

      II.
      it
      Is not It you think of
      it
      Is the nothingness in your room
      That makes you turn abruptly

      III.
      it
      Is so small with a small "i"
      With so smooth ears and warm paws
      Nobody has ever seen it
      And that is what proves
      it  exists

      IV.
      There ìs something in common
      Between the beetle and the rose
      And that's
      it

      V.
      it
      Is the power with which
      The leaf falls from the tree
      In the bucket of water and

      Turns the heavens turbid

      VI.
      it
      Is also the calmness
      Into which the power piles
      Up and the sky turns clear

      Inbetween two leaves

      VII.
      it
      Is in the circlet of "i"
      Or inbetween "i" and "t"
      Or God damn knows where

      But even the God damn doesn't

      VIII.
      You think it is God
      But  God
      Is capitalised

      IX.      
      You say it is death
      Just listen to its words
           "Death?
           I tasted it once
           it's hard and bitter
           Spitted all night long"

      X.      
      it
      Pines and gets tender
      Catch it and it'll go
      Name it and it'll die
      Melting away in the
      Empty space

      XI.
      (and the most successful of the attempts)


     Translated by I.Nedkova and M.Nikolchina




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