Laut einer Hypothese der russischen und amerikanischen
                        Wissenschaftler, wenn die Sonne verlöschen würde, könnte
                        sich die Erde in ein Raumschiff verwandeln, den ozeanischen 
                        Wasserstoff  als Treibstoff benutzend, und sich dann auf 
                        der Suche nach einem neuen Sonnensystem begeben. 

                                        

             	DIE GROSSE VÖLKERWANDERUNG



	Ich zündete jene elende Kerze an, und so gewann ich mein Leben,
	in der mißförmigen groben Materie, in der Willkür ohne Symbol.
	Ich legte mir das Geschirr an. Dann keimten die Äcker und Ebenen.
	Ein gespenstischer Ochse schritt neben mir, ich pflügte. Es soll.

	Aber klein ist die Erde für meine Abstrakttheorien,
	auf den Krokodilrücken erreichte ich jenes glühende Stadtstraßenpflaster.
	Und ich ging hinunter, zu den Kolben und Motorventilen,
	zusammen mit den Kanzerogenratten und dem Trugbild vom Mittelalter.

	Ich wandte den Blick von mir ab und stürzte in jene wehmütigen Gärten hinein,
	wo zahme Familien ihre Moral mit schwitzenden Körpern vermischten.
	Inmitten von Mengen bleichstirniger Jünglinge oder rothaariger Frauen,   
	badete ich im Orangendampf meiner lieblosen Jahre und schrie. 

	Ich bin das Monster, verletzt von Mammuthorizonten. 
	Wenn die Sonne verlöscht, werde ich den Wasserstoff des Ozeans anzünden.
	Der irdische Dampfkessel wird aufbrechen, beladen von Philosophen und Bomben -
	zu den Urhoroskopen eines erneuerten Himmelszelts. Und:

	Des sphärischen Universums Viehdiebe und Händler,
	Roboterfriedhöfe, Scheiche der Meteoritkarawane, 
	mit Laserrudern und mit den Göttern der griechischen alten Poeme,
	wird die Erde abfahren, im Geruch von Knoblauch und Baldrian.

	Der Astrologe wird die Plätze der blinden Sternbilder wieder bestimmen,
	der Betrunkene wird seine kahle Flasche Absinth im Sande vergraben,   
	die Welt wird versuchen zu fliehen, weg von ihren Vulkanparodien,
	in der Seele der Welt werden sich Urkontinente zerreißen und stöhnen. Aber,

	Kapitän, wirf dein metaphysisches Fernglas! Wir suchen noch
	eine brennende Sonne für unsere Höhlen – niedrig und kalt,   
	einen Katalysator, der den Phosphor oder das Eisen, in Knochen 
	eines Arbeitsviehs und der Nackttänzerinnen in den heidnischen Wäldern verwandelt.

	Atmosphärmaschine für den Frühling der verhängnisvollen Nachteulen,           
	Fermente für den Gelbkürbis und Brokat des Feldmohns.
	Mögen die Schlemmer finden, für den Magen die Gewürze der Hölle, 
	und die Jäger räudige Keiler im Dickicht des Forsts.  

	Ein Hund aus Wildsternen heult über die verschollene Erdwüste,
	und, ohne das Brot des Lichtes, er wird für immer verstummen.
	Die Glut der verstorbenen Sonne war warm, wurde kalt, der Tag ging zur Rüste, 
	mit dem Grab ihres Vaters sind die Kinder von Odysseus verschwunden.


                   
                 WEIT VON ROM
 

	Ein Römer weit von Rom zu sein - klug, zivilisiert, 
	aber ohne jedes Recht, dich zu zitieren.
	Mit Geschichte, von den Weltspähern souffliert, 
	wirst du dich nicht identifizieren. 

	Siehe, wie der Säulenwald vor dir erscheint –
	was ist dieses Leben ohne Stützen?
	Und das seine Rede hörende Dasein 
	ist in die Schizophrendiasporen gestürzt.

	Wenn dein Balkangehirn schon schmilzt,
	werden Römerwege bald von unten glänzen.
	Nekropolen befestigen die künftigen Antlitze
	deines Willens ohne Grenzen.

	Wir werden uns die Reimprothesen schnell einsetzen
	und singen - für das Wappen vom Zivilisationsmuseum.
	Die Handschrift ist ein Tod, voll Leben sind die Sätze. 
	Windhunde pissen auf das zernagte Kolosseum. 

	Die Gerbera-Cäsaren leuchten leidenschaftlich bunt,
	und Antoninen-Norden spielen dort Unkräuter-Antonyme.
	Über abgeschabten Urreligionen verliert Rom seine Macht, und
	vom Osten Ende prophezeien Juliane-Konstantine. 

	Das ist die Art und Weise sehr beeindruckend zu sein –
	Kontrolle über jedem Zeichen, Namen, Tritt, 
	Orgasmusgenealogie oder Gänseschreie...   
	Was ist, was ist Rom für uns - Paläonym und Hit?
	
	Barbaren: Das rhetorische Erzeugnis vom Latein
	oder von den überheblichen Lateinern...
	Rom: Die Art und Weise ein anderer zu sein.
	Und Gott wird in der winzigen Provinz erscheinen.



                   LIED DER KOSMISCHEN SPHÄREN


	Für wen wehen die finsteren Winde,
	für wen erhebt sich die Hoffnung und fällt der Sandregen? –
                                         Für uns, für uns.

	Es dämmert, ein kühles Licht plätschert über diese Stadt
	mit festgenagelten Fenstern und einem zufälligen Platz,
	es dämmert über einem fremden Planeten.
	Die Liebe ist uns weggenommen, beim ersten Hauch ist sie weggenommen,
	aber ich bin nicht so sicher,
	ob der Tod uns in freudlose Bäume verwandeln wird,
	nein, ich kann nicht sagen, daß du eine schlanke Eberesche bist,
	daß ich nun ein buschiger Ahorn bin,
	an den Ufern dieses Flusses. 
	Wir: Im Leben getrennt, vielleicht auch im Tod.
	Für wen ist die Musik der kosmischen Sphären,
	für wen sind die Donner des Jupiter
	
	und die Seufzer der Venus? –
                                         Für uns, für uns.

	Wir werden unter den Billardtisch versinken,
	vom Billardstock in einer schweißigen Hand getroffen. 
	Aber bleibe so stehen! Bleibe so stehen!
	Bevor die Götter ihren unerschöpften Scherz beginnen, 
	bevor unsere Körper rissig werden,
	schmiege dich an diese Steinsäule,
	damit wir stärker die Liebe in unseren Körpern empfinden.
	Für wen ist das traurige Lied
	der angeheuerten Klagefrauen in der Trauer,
	für wen mauern die Maurer
	die Wand mit eingebauten Schatten schöner Seelen,
	für wen setzt die Zeit keine Grenze in dieser Stunde? –
                                          Für uns, für uns. 
	Oh, erinnere dich an jene vor uns,
	die jeden Abend die Banken abschlossen,
	die die Hoffnung, die Strohhalme
	und ihre Haare nacheinander verloren,
	an diejenigen, die Seeschlachten mit vielfarbigen Segeln führten,
	und deren letztes Talent verwandelte sie 
	in befriedete Skelette am Strand. 
	Erinnere dich an uns, erinnere dich an uns,
	weil die Zeit keine andere Grenze in dieser Stunde hat.
	
	Asche fällt über uns,
	Asche von einem fallenden Stern,
	und über diejenige, die diese Welt regieren,
	Asche über das brennende Schiff auf offener See,
	das wie eine neue Asche am Äquator anhalten wird.
	Oh, schmiege dich an die Steinsäule,
	so wie der Wasserfall mit einer weinenden Wirbelsäule
	die Felsen streichelt.
	Wir werden versuchen, unsere Liebe aufzuhalten, immerhin,
	wenn es keine andere Grenze gibt, andere Hoffnung und Finsternis.
	
	Für wen erhebt sich der schwarze Marmor des Windes,
	für wen singen die kosmischen Sphären,
	an den Hörnern der Büffel befestigt
	
	und Ariadne wickelt den Faden um den Holunderstrauch? –
	                                        Für uns, für uns.
	Weil die Zeit keine andere Grenze in dieser Stunde hat.



        WEIL DIE SONNE NICHT FÜR UNS ALLE REICHT


	Weil die Sonne nicht für uns alle reicht,
	gebe ich ihr mein Blut zurück, das Wolken und Abgründe gekostet hat,
	den Tau der Haut, das Eisen der Tränen,
	gebe ich ihr den Topf Honig zurück, das Zuckerrohr im Flußnebel,
	die Vergangenheit, die sich in den Sandmassen zusammenzog und entspannte,
	ein sicheres Bild suchend,
	gebe ich ihr die übergekochte Nacht zurück,
	in der ich die Liebe fand und verlor,
	und den Apfelbaum, den ich unermüdlich von seinen Früchten befreite,    
	gebe ich den Sonnenaufgang über den ruhigen Hügeln zurück,
	den Augustzenit, die kühlen Oktobertage;
	weil die Sonne nicht für uns alle reicht,
	gebe ich ihr den Kirchenzaun zwischen der alten und neuen Ära zurück,
	und die Küste, wo ich gegen die Naturgewalten 
	den Namen meines Geburtslandes schrie,
	gebe ich die Kaskade der weihnachtlichen Schneeglöckchen,
	die Straßen meiner Lieder,
	gebe ich die Steine von Jupiter zurück,
	mit denen ich die allgegenwärtige Zukunft bewarf,      
	und die Vulkane mit unerschöpflichen Hörnern,
	die Kontinente verändern;
	weil die Sonne nicht für uns alle reicht
	und die Erde eine grüne Waise vom Kosmos ist,
	und ich ein Sohn der Erde bin,
	will ich nicht wissen,
	ob ich zurückgekehrt bin, alles zurückgebend,
	aber ich verspüre die Begeisterung meines Fehlens,
	weil die Sonne nicht für uns alle reicht.


	
                   NACHTSTRANDBÄDER


	Die niedrigen Klippen: Eine Statue der Fledermaus,
	in deren Schoß sich der Leuchtturm 
	an das auf eine Sandbank gelaufene Schiff erinnert,
	und so verwandelt er sich in das Rettungslicht
	eines Weinens, das den zukünftigen Katastrophen 
	aus endlosem Mut dient. 
	Auf beiden Seiten – die dunklen Sandmassen mit Weichtierbrüsten, 
	wo sich die Boote in Sicherheit 
	an den Nachtstrandbädern amüsieren.
	Du bist hier.
	In die Laderäume des Herzens dringt schon Wasser ein,
	wie wirst du deine Stimme, ein Echo in der Brandung,
	über dem Unterwasserleben erhalten,
	das Bild eines Kampfes mit den dünn werdenden Seilen,
	das Bild zweier dünner Zöpfe in den Haaren mit einem kupferroten Schein 
	des Mädchens, das hofft, 
	sich mit Schwimmen in der Mondflut zu erretten.
	Der Leuchtturm blinzelt zum Nachteil der Nacht:
	
	Nur die Warnung ist ewig.
	
	Das Signal, das am Horizont heftet
	und die Vergessenheit von der Angst verfolgt,
	den Rausch des Sandes unten den Körpern aus vergangener Liebe,
	die Dünen aus übersättigten Winden.
	Und dieses Signal:
	
	Nur die Warnung ist ewig.
	
	Du dachtest:
	Die Wiederaufnahme des Hafenleichtsinns in den Brüsten wäre möglich, 
	das Umfärben der Tätowierung auf der verblichenen Haut,
	der geheime Austausch des aus Einsamkeit verstummten Papageien
	mit einem neuen Vogel,
	damit er deine gestrige Stimme mit ewigen Jugendworten verstärkt.
	
	Sieh, der Leuchtturm hat dich im Nebel gewarnt:
		
	Nur die Warnung ist ewig.
	
	Gegenüber der Leiter - du, gelehnt an dem Pfirsichbaum.
	Das Gehäuse der paläolithischen Kälte,
	gegenüber den gebräunten Waden der Beine,
	die in die Mineralquelle mit dem Instinkt einer Urthrakerin waten;
	gegenüber den zwei Zöpfen in den Haaren, Adern des roten Kupfers:
	die Verwüstung der Nachtstrandbäder.
	Und das Signal ist das gleiche:
	Die ewige Warnung
	von einem Leben zum anderen,
	von einem Ufer zur Hoffnung.
	Du hast es gesehen,
	mit Augen, von den salzigen Spritzern zersetzt, 
	dieses Signal
	im Rettungsnachteil der Nachtstrandbäder, des Meeres.
 

                           Übersetzung von Natalia Andreeva


                                FISCHVERKÄUFERIN 


     Ein Mädchen trug auf dem Wege einen Fischbund.
     Ich sah den Rauch über ihrer Hütte. Und

     ich fragte mich, welchen Mann die Sünderin bewirten würde, 
     oder wird sie seine Kehle mit gemeinen Knochen stopfen und erwürgen.

     Wie eine Welle drang die Brust unter der Bluse schwer.
     Die Schenkel - wilder als der Fang vom Fischernetz im Meer.

     Mit berauschten Mündern stanken ihre Karpfen nach dem Schlamm,
     trinkend seinen Tod im Hand des Mädchens aus Götterstamm.

     Sie reihte ihrer Fische gleichen Tod an einem festen Strang.
     Erzeugt zur Liebe und mit Kiemen, schwieg ich ohne Zwang.

     Die Sünderin wird nichts erfahren, von meiner ungemeinen Treue.
     ich werde nur im trüben Wasser den Haken schlucken, ohne Reue.

     Die Tochter von Neptun schwang an dem Wege einen Fischbund.
     Als wäre sie ein tropischer Komet für mein Vorzeichen – heiß und bunt.

     Wütend und verwildert drang ich in ihr kühles Zimmer.
     Sie erkannte mich nicht, ihr scharfes Messer zuckte nicht, wie nimmer.

     In meiner treuen Brust sank ihre Hand bis zum Ellbogen ein.
     Geboren aus Liebe, um zu sterben, trübte sich mein Blut darein.

     "In einsamen und fernen Ozeanen suchte ich lang deinen Todesbann.
     Der Trauring in meinem Fischwanst ist für dich von da an.

     Zum Aschenputtel des hellblauen Flusses werde ich dich machen.
     Mit meinem grünen Fischschwanz werde ich deinen Geliebten flachen.

     Eine ganze Welt – dein Lachen, das Uferlose – dein Spaziergang.
     Ich werde die Erinnerung auf dem Boden deines Kahns sein."

     Ein Mädchen trug am Wege seinen toten Raub.
     Wie ein verwischtes Kirchenwandbild glänzten dann die Schuppen taub.

     Die Abendfinsternis zerriß mein Herz mit ihren schnellsten Hunden.
     Es war zum Sterben schon zu spät - sogar in dieser Stunde.



                   VARIATION ÜBER EIN MOTTO


                   ... ein Hühnerpfad, - beglückwünscht soll er sein, oh Gott!
							Javorov

     Jenseits aller Buckel aus Zeit und Raum
     sind die Augen mit Nachtblindheit belohnt.
     Bestehe nicht auf mehr, sagte ich mir, in Ausdauer aber 
     hilf jetzt deiner Seele – sie ist die Feste und der Thron.

          Ich liebte jede Nächste, die Körper hungerten in Armut,
          umhüllt von kurzsichtigen füreinander Einsamkeiten.
          Ich sagte mir, die Liebe ist der Seele Stränge und des Körpers Mut,
          sei Gefängnis, nicht Gefangener deiner kurzen Feuerzeiten.

     Ich starb in jedem Herbst, mit jedem Sonnenblumenheer,
     den Bart des Ziegenbocks bekam die berauschte Seele.
     Sei Kreis in der Spirale des endlosen Siegs, und mehr -
     ich sagte mir: Im Kleinen trifft das Große seine Sperre.

          Die Koordinate ist ohne Andenken für ihren letzten Grad,
          der Weltpunkt eines Menschen ist ein fallender und toter Stern.
          Nur mir gehört - ich sagte dann - der zum Chaos senkende Fußpfad 
          in der Ewigkeit von Erde, Feuer, Wasser, Luft. Und nichts mehr.





     MARIA, NICHTE VON MICHAIL PALEOLOG,
     WITWE VOM EHEMALIGEN MÄCHTIGEN DOMESTICUS ALEKSIJA
     PHIL, FRAU VON KONSTANTIN ASSEN, FRAU VON IVAJLO.

     Müde ist der Körper,
     in dem die Könige Söhne 
     für ihr Königreich suchten.

     Ich habe die Liebe nicht erkannt.

     Voll ist mein Leib mit öden Klagerufen.
     Wer von den Männern war der König?
     Welches Kind ist Thronfolger und von wem?

     Nach solchen Ereignissen, verbunden mit meinen Liebkosungen,
     erkannte ich meinen Körper nicht.

     Die Ehrgeize versteinerten in Tücke,
     das Vorhaben erreichte nicht sein Ziel.
     Verstummt zwischen Anfang und Ende der übertriebenen Leidenschaft,
     wessen Frau bin ich?

     Mein Leib ist voll mit Dunkelheit.
     Vergeblich sucht der Sonnenstrahl
     eine Antwort
     im Ring der gebrochenen Hand.
     Ich heiße Maria.
     Mein Schicksal kannte nicht Liebe.

                   

                       ELEGIE ÜBER DIE VORBEIGEHENDE FRAU


     Das Mädchen ging, um seinen Herrn zu suchen,
     so jung, einem anderen Mädchen im Zimmer,
     mit den staubigen Lichtschatten
     und kränklichem Spiegel, ähnlich,

     wo das Bild der vorbeigehenden Frau ist.
     Unter dem Kleid flossen ihre Schenkel wie Lava,
     sie war Stein des Sonnenuntergangs,
     geführt von unverständlichen Sternen
     gemeinsam mit der Meeresflut,
     eine neue Erscheinung vom Lorbeerbaum
     im vom Regen gebadeten Garten,

     wie soll ich sie meine Schwester nennen,
     wie soll ich wieder auf der Straße laufen
     und in jene Gasse abbiegen,
     die Tür hinter mir schließen,
     und alle Entscheidungen, in einem Leben 
     immer am Anfang, vermeiden,
     das Stillen der Wut in dem Leib
     und alle anderen Dinge vergessen,
     eine Schwester von mir in feurigem Kleid –
     sie ging vorbei.

     Liebe nur ein bißchen, bis du jenseits,
     in eine unveränderte Landschaft, ankommst,
     unberührt von den Schritten der vorbeigehenden Frau,
     bei Lichtern, die ihr gerafftes Kleid nicht treffen.
     Du bist der Kentauer,
     von einer Doppelheit in die andere galoppierend,
     Namen für die Dinge suchend,
     die so einfach im Augenblick des Kusses waren,
     und Schatten einer Sphinx,
     von ihrem Steingewicht verankert,
     weil, was würdest du anderes der Wüste bieten,
     außer Steine.
     Die Frau ging mit einem ganz einfachem Mittel fort:
     der Gang einer Sonnensklavin
     in dem nächtlichen Duft von Jasmin.
     Aber hier, wo die Sinne sich in Betrachtung versteinerten, 
     und der Körper die Liebe verhungern ließ
     unter der Schale eines verdächtigen Intellekts,
     hier, wo sich der Platz der Elegie über die vorbeigehende Frau befindet,
     berechnet mit schmerzhaften Worten,
     wirst du es wagen, dich 
     in der Leere der vorsätzlichen Kunst dagegen aufzulehnen,
     wenn dich vielleicht schon jemand beobachtet,
     wie du im Garten weinst,
     die Silhouette des vorübergehenden Dichters in dir erblickend.




                     VOR DEM BILD JAVOROVS


     Die Augen – dunkel. Zu viel Geist und Licht nahmen 
      die dunklen Augen in sich auf. So verbindet das Leiden 
       Finsternis und Unschuld zusammen, und die zukünftigen Seelen,
        die das Bild der trostlosen Antworten suchen. Wer wird dich sonst anschauen,
         Stern, von den Sternbildern getrennt -
          feiste Skorpione, Ochsenhirte,
           wer wird dich sonst verstärken, Sternchen-Wandlerin,
            wenn auch von deiner Flamme 
             das Weltall abhängt?
              Die Sterne und die Völker stillten seine Augen,
               in einem Schicksal – dehnbar, drehbar, es kümmert sie nicht,
                daß das leidende Gesicht sie nicht in sich aufnimmt - 
                 ein Krater des Vulkans, mit Asche neugieriger Augenzeugen
                  überschüttet, gelehrte Männer,
                   die das Drama beschreiben
                    und somit es noch mehr in Geierschatten verhüllen.
                     Wer versteht schon das Leben des Poeten?
                      Die Augen eines Kindes, 
                       die den Blick der dunklen Augen nicht ausgehalten haben.
                        Er setzte seine Brille auf und erschoß sich.                   



                         DER FREIE VOGEL


     Wir sprachen so erhaben - es war seit langem klar:
     Die Nacht ist kurz, das Leben rasch und immer unter Druck:
     Du würdest in der Güte – so dein, so wunderbar,
     den toten Biene Honig nehmen. Und den Wachsabdruck.

        Das Raubtiermeer stürmte hinter deinem Rücken.
        Der Hafen und das Boot sind stinkenden und heißen Fackeln.
        Als Vogel lebtest du am Rande aller Abgründe und Brücken, 
        an einer Küste, wo Alleinsein und wilder Stolz dich belagern.

           Es hält dich nichts hier auf, erleichtert und befreit, 
           der Griff des Tonbehälters ist schon herausgerissen.
           Nur der Sturm verdient dich und deine Fröhlichkeit,
           ein Spötterrabe folgt den Schwärmen der Kraniche.

              Die Augen, voll mit Tränen, schlagen zarte Wasserfälle,
              ein unbedeutender Galaxisschatten ist der Abend über dir.
              Und die Planeten immer noch mit wilden Beilen
              kämpfen einsam gegen die endlose Sonne wieder.

                 Was suchtest du und was bist du, Planetensieger?
                 Die Zitadelle stirbt von dummen Fragen.
                 Fliege, heiliger und stolzen Vogel, fliege, fliege!
                 Deine Federn werden wir da an den Hüten tragen.



                              Übersetzung von Ludmilla Eimer




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